Ein bemerkenswertes Rennwochenende

In gewisser Hinsicht war das drittletzte Meeting in diesem Jahr ein Rennwochenende wie viele davor – es stand ganz im Zeichen des Zweikampfs zwischen Jochen Hahn, dem zweifachen Titelträger, und seinem spanischen Konkurrenten Antonio Albacete. Um es vorweg zu nehmen: In Most, in der ersten Runde nach der Sommerpause, hatte Jochen das bessere Ende erwischt, diesmal blieb er gegen seinen MAN-Markenkollegen nur zweiter Sieger. Für die besondere Note sorgte der Tscheche David Vršecky im zweiten Zeittraining um die Superpole: Er wurde mit der schnellsten Rundenzeit gestoppt. Damit ging zum ersten Mal in dieser Saison eine "gezeitete" Pole Position an einen Fahrer, der nicht aus dem MAN-Lager kommt.

 

Der Aufreger des Wochenendes passierte allerdings bereits im ersten Championshiprace. Beim Start kam es zu einer schwereren Karambolage, in die vor allem der Schweizer Renault-Pilot Markus Bösiger und der ungarische Youngster Benedek Major verwickelt waren. Es dauerte dann über eine halbe Stunde, ehe die havarierte Trucks geborgen waren und die Strecke für den Neustart frei gegeben wurde. Die beiden Fahrzeuge von Bösiger und Major wurden bei dem Unfall so schwer beschädigt, dass sie beim Neustart nicht mehr dabei waren. Einige der Havaristen waren wieder am Start, für Bösiger war über Nacht gar ein Ersatzfahrzeug aus Tschechien gebracht worden. Da zudem die Boxenmauer beschädigt worden war, ordneten die Rennkommissare einen Neustart unter gelber Flagge an – es durfte also nicht überholt werden. Das sollte aus Sicherheitsgründen das ganze Wochenende gültig bleiben.

 

Aus der Sicht von Jochen Hahn änderte sich beim Neustart nichts an der Startaufstellung: Norbert Kiss, der sich im Qualifying die Pole Position gesichert hatte, startete einen Platz vor Jochen in das Rennen, Antonio Albacete begann den Kampf um die Punkte aus der zweiten Reihe. Der Neustart verlief dank der gelben Flaggen um einiges ruhiger, danach wurde allerdings wieder um jeden Platz gekämpft. Jochen Hahn kam als Erster über die Ziellinie, wurde jedoch anschließend aufgrund einer nicht angetretenen Durchfahrtsstrafe mit 30 Sekunden Zeitaufschlag bestraft und rutschte somit auf den 5. Platz ab.

 

Für das Malheur entschädigte sich der Titelträger dann im zweiten Championshiprace, das er aufgrund der gedrehten Startreihenfolge vom vierten Platz aus anging. Im Rennen hakte Jochen dann einen Kontrahenten nach dem anderen ab: Anthony Janiec, Frankie Vojtíšek und Teamkollege René Reinert lagen beim Start vor dem Fahrer mit der Nummer 1, am Ende hatte er sie alle bezwungen. Souverän gewann Jochen das zweite Rennen, gefolgt von seinem Teamkollegen René Reinert.

 

 

Der Sonntag begann wie bereits erwähnt mit einer faustdicken Überraschung: Keinem der beiden Titelaspiranten Hahn und Albacete gelang eine wirklich gute Runde. Für Jochen bedeutete das: er ging vom vierten Platz aus ins dritte Rennen, vor ihm lagen Vršecky, Oestreich und Kiss. Der Start erfolgte erneut mit Überholverbot, die Piloten schienen sich in diesem Lauf von den Strapazen des Vortags zu erholen. Es gab jedenfalls keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden. Jochen egalisierte das Ergebnis des Zeittrainings und wurde Vierter, gefolgt von Albacete, dem damit zwei Punkte weniger gut geschrieben wurden.

Das abschließende Championshiprace in Belgien verlief dann enttäuschend für das Castrol Team Hahn Racing. Wie schon am Vortag war Jochen munter unterwegs und arbeitete sich sukzessive nach vorne. Doch nachdem er bereits einige Kontrahenten überholt hatte, warf ein technischer Defekt den Champion aus dem Rennen.

Die beiden letzten Rennen der aktuellen Saison finden an den beiden ersten Oktober-Wochenenden in Jarama und Le Mans statt.

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