Fünf-Kampf um den Titel

Jetzt haben sich die Truck-Racer ihre kurze Sommerpause redlich verdient: Der Juli war für die Teams vermutlich der anstrengendste Monat des Jahres. Drei Rennen standen in diesem Sommermonat im Kalender, zwei davon mit verschärften Anforderungen. Beim Truck Grand Prix auf dem Nürburgring ist es die schiere Dimension der Veranstaltung, die allen Beteiligten einen Kraftakt abverlangt. Und beim Termin am letzten Juli-Wochenende ist es die Kombination aus langer Anreise und bürokratischen Hindernissen bei der Grenzabfertigung, die nicht unbedingt für allseits fröhliche Mienen sorgt. Aber bekanntlich ist nichts langlebiger als ein Provisorium – und das Rennen in Westrussland, als einmaliges Abenteuer geplant, fand in diesem Jahr auch schon zum vierten Mal statt.

Es gab also ein Wiedersehen in Smolensk, wobei der Ring ja rund 60 Kilometer östlich der Stadt liegt. Kein Grund sich zu mokieren – in Deutschland gibt es auch einen zweiten Flughafen namens Frankfurt (in Hahn), der meilenweit von der Mainmetropole entfernt liegt. Man muss also nicht bis Russland fahren, um derlei Merkwürdigkeiten präsentiert zu bekommen.

 

Auf der Rennstrecke gab es aus Sicht von Jochen Hahn und seinem Team keine besonderen Überraschungen, weder im Positiven wie im Negativen – wer den Titel gewinnen will, muss nach Lage der Dinge Antonio Albacete übertrumpfen, der im Moment einen guten Lauf hat und wie seit Langem gemeinsam mit Jochen für die Akzente auf der Piste sorgt. So auch in Smolensk. En Detail bedeutete das beim Gastspiel in Russland einen hauchdünnen Punktsieg für den Spanier, der aber weiterhin nur knapp in Front liegt. An einem guten Wochenende ist der Vorsprung locker aufzuholen, weshalb Jochen Hahn und seine Crew am Ende des sechsten Rennwochenendes der Saison 2013 auch zufrieden die Heimreise antraten.

 

Das Wochenende startete ähnlich wie die vorangegangenen. Im Qualifying wurde Jochen auch in Russland mit der zweitschnellsten Rundenzeit gelistet, knapp hinter dem MAN-Kollegen. Kurz nach dem Start zum Auftaktrennen nutzte der Ungar Norbert Kiss einen kleinen Fehler Albacetes, um an den beiden Spitzenreitern vorbei zu ziehen. Gegen Ende des 14-Runden-Spektakels setzte der Spanier den Konkurrenten zwar noch einmal unter Druck, aber am Zieleinlauf änderte das nichts mehr: Jochen Hahn und das Team freuten sich folglich über einen erfolgreichen dritten Platz!

 

Im zweiten Championshiprace des Tages tankte Jochen mit einem gelungenen Auftritt viel Selbstvertrauen. Aufgrund des reversed grid startete der aktuelle Europameister vom sechsten Platz und kämpfte sich dann Runde um Runde nach vorne. Am Ende überquerte er als Zweitplatzierter hinter Markus Bösiger die Ziellinie. Da Teamkollege Mika Mäkinen nicht lange über das durchwachsene Nürburgring-Wochenende nachdachte, sich frisch und munter präsentierte und das Rennen auf Platz drei beendete, hatte das Castrol Team Hahn Racing viel Grund zur Freude über die Ausbeute: zwei Podiumsplätze und wichtige Punkte für die Team-Meisterschaft.

 

Der Sonntag begann etwas weniger „sonnig“ als der erste Tag des russischen Wochenendes. Die stärksten Konkurrenten liegen momentan so eng zusammen, dass es kaum möglich ist, sich aus dem vorderen Mittelfeld ganz nach vorne durchzustechen. Am Sonntag nahm Jochen Hahn den Kampf um die EM-Punkte aus der zweiten Reihe auf. Der Start zum dritten Rennen auf dem Smolenskring klappte gewohnt reibungslos, doch nach einem Unfall, an dem Adam Lacko und Norbert Kiss beteiligt waren, musste das Rennen unterbrochen und neu gestartet werden. Auslöser der heftigen Karambolage war eine gebrochene Feder im MKR-Renault. Im zweiten Aufgalopp gelang es Jochen, in der dritten Kurve Markus Oestereich auszubremsen, was am Ende einen weiteren dritten Podiumsplatz bedeutete.

 

Im letzten Rennen musste Jochen folglich hinter Oese starten. Der war diesmal allerdings auf der Hut und ließ keine Lücke für den weiß-grünen MAN. Damit blieb Hahn auf dem vierten Platz hängen, während Teamkollege Mika Mäkinen von der Pole startete, sein Pensum fehlerfrei abspulte und damit einen weiteren Erfolg feiern konnte. 

Zurück