Aufwärtstrend

Auch wenn Jochen beim zweiten Termin der aktuellen Saison seine Führung in der Gesamtwertung verteidigt hatte – so richtig zufrieden waren Fahrer und Team nicht mit dem Abschneiden in Navarra. Daher wurde der MAN Race Truck nach der Rückkehr aus Spanien gründlich unter die Lupe genommen. Die Crew einigte sich darauf, einige technische Modifikationen vorzunehmen, um die Probleme zu beheben. Beim dritten Lauf im südwestfranzösischen Nogaro stellte sich dann schnell heraus, dass Jochen wieder Anschluss an die Spitze gefunden hat. In beiden Zeittrainings um die Superpole war zwar Antonio Albacete einen Tick schneller unterwegs, doch der zweifache Europameister konnte sich jeweils die zweitbeste Rundenzeit und damit einen Startplatz in der ersten Reihe sichern.

 

Der Start zum ersten Championshiprace am Samstag war zwar umkämpft, doch die beiden Markenkollegen gingen kein unnötiges Risiko ein. Albacete wusste den Vorteil der Pole Position zu nutzen, Jochen „blieb dran“ und sorgte dafür, dass sich der Spanier keinen Fehler erlauben konnte. Aus MAN-Sicht war der Zieleinlauf eine phantastische Bestätigung der geleisteten Arbeit – Antonio, Jochen und Norbert Kiss standen auf dem Podium, Markus Oestreich und Mika Mäkinen folgten auf den Plätzen. Während des 12-Runden-Rennens wurde der amtierende Europameister mit der schnellsten Runde gestoppt. René Reinert war zwischendurch ein wenig zu schnell unterwegs, wegen Überholens bei gelber Flagge bekam er später eine 30 Sekunden Strafe, die ihn auf Rang vierzehn abrutschen ließ. Pech für MKR: Die beide Renault-Trucks fielen aufgrund eines unglücklichen Unfalls, an dem auch David Vrsecky beteiligt war, aus und konnten deshalb nicht zum zweiten Rennen antreten.

 

Im zweiten Rennen bewies sich einmal mehr eine alte Gewissheit: Am Franzosen Anthony Janiec ist nur schwer vorbei zu kommen. Der Renault-Fahrer weiß, wie man sich auf der Piste richtig breit macht. An diesem Nachmittag stand der junge Truckrace-Newcomer Benedek Major aus Ungarn auf der Pole Position, neben ihm startete Javier Mariezcurrena. Der Spanier fiel bereits in der ersten Runde zurück, dadurch rückte Janiec auf die zweite Position vor. Runde um Runde mühten sich die deutlich schnelleren Top-Fahrer, an dem Franzosen vorbei zu kommen – vergeblich. Was auch daran lag, dass der direkte Verfolger Markus Oestreich nicht zu viel riskieren konnte, weil wiederum hinter ihm eine ganze Kette von Konkurrenten lauerte. Am Ende lag Janiec gut fünf Sekunden hinter dem Überraschungssieger, während die vier nächstplatzierten Akteure innerhalb einer Sekunde über die Ziellinie donnerten. Jochen Hahn beendete das Rennen auf Platz sechs, zwei Plätze dahinter folgte Teamkollege Mika Mäkinen.

 

Der Sonntagvormittag war für Jochen Hahn wie ein Déjà-vu! Die Rundenzeiten beim Qualifying waren einen Tick langsamer wie am Vortag – bei beiden Spitzenfahrern aus dem MAN-Lager: Antonio Albacete schnappte sich die zweite Pole Position an diesem Wochenende, Jochen Hahn folgt knapp dahinter auf Platz zwei. Und ebenso wie beim ersten Championshiprace kommt das Duo in dieser Reihenfolge ins Ziel. Dritter Mann auf dem Podium war diesmal Markus Oestreich.

 

Der letzte Lauf der dritten Runde war dann ein kleines Trostpflaster für das MKR-Team. Die beiden Renault-Fahrer Bösiger und Lacko gingen das Rennen aus der ersten Startreihe an und verteidigten die Führung bis ins Ziel. Norbert Kiss folgte als Dritter. Jochen Hahn fuhr sich erneut im Pulk aus Spitzenfahrern fest und hatte keine reelle Möglichkeit, an David Vrsecky vorbei zu gehen, was am Ende den achten Rang bedeutete. Für Teamkollege René Reinert lief es am zweiten Tag auch deutlich besser wie am Samstag. Der schnelle Transportunternehmer beendete die Championshiprennen des Tages mit Platz sechs und sammelte damit wichtige Punkte für die Gesamtwertung. 

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