Aufholjagt nach der Sommerpause

Sommerpause: Das Wort hört sich nach Freizeit, Urlaub und erholsamen Tagen irgendwo an einem schönen Sandstrand im Süden an. Für die Truckracer bedeutet die „Sommerpause“ dagegen viel Arbeit in einer Zeit, in der rund vier Wochen lang kein  Rennen im Kalender steht. Sie müssen ihre Sportgeräte für den Endspurt im Titelkampf vorbereiten, der in den nächsten Wochen ansteht.

Auch für das Castrol Team Hahn Racing ging es darum, den MAN Racetruck in den rennfreien Wochen wieder auf Vordermann zu bringen; in den letzten Runden vor der Sommerpause hatte sich bekanntlich Jochens härtester Konkurrent Antonio Albacete erfolgreich in Szene gesetzt – die letzte Bestzeit des zweifachen Europameisters in einem Zeittraining lag schon einige Zeit zurück. Auf dem Autodrom in Most stellte sich allerdings schnell heraus, dass das Team in den vergangenen Wochen gute Arbeit geleistet hatte: Der Renntruck wurde im August gründlich überholt, zudem entschied sich Jochen kurzfristig dafür, in der Zwischenzeit schon einmal das Terrain zu sondieren und die Modifikationen bei einer ursprünglich nicht geplanten Testfahrt in Most zu erproben. Ein erheblicher Aufwand, der sich aber gelohnt hat: Im ersten Qualifying holte sich der amtierende Champion prompt wieder die Pole Position und ließ diesem Erfolg beim ersten Rennen einen souveränen Start-Ziel Sieg folgen.

 

Der Sieg bedeutete im zweiten Samstagslauf die achte Startposition. Einen Platz davor reihte sich Jochens hartnäckigster Konkurrent Antonio Albacete in die Startaufstellung ein; der Spanier war zuvor als Zweiter ins Ziel gekommen. Der rote MAN stellte zwar ein unüberwindliches Hindernis dar, an dem nicht vorbeizukommen war. Sozusagen im Doppelpack arbeiteten sich die beiden Titelaspiranten mit ihren MAN Racetrucks aber nach vorne: Für Jochen Hahn bedeutete das am Ende Platz vier, Albacete schaffte den Bronzeplatz. Sieger des Wertungslaufs wurde der ungarische Newcomer Benedek Major. Der 17-jährige „Frischling“ konnte sich nach elf Runden schon über den zweiten Sieg in seiner ersten Truckrace-Saison freuen.

 

Am Sonntag zeigte sich im Qualifying, dass das Team tatsächlich Boden gut gemacht hat. Zum zweiten Mal an diesem Wochenende holte sich Jochen Hahn die Pole Position, und zum zweiten Mal nutzte der Altensteiger die gute Ausgangsposition, um sich beim Start durchzusetzen und das Feld bis zum Ende des Rennens anzuführen: Besser könnte der Wiedereinstieg nach der Sommerpause nicht gelaufen sein. Auch der letzte Auftritt verlief dann noch nach Plan: In den Rennen mit gedrehtem Start ganz nach vorne zu kommen, ist selbst für die Top-Fahrer inzwischen fast unmöglich geworden, dazu bedarf es schon einer besonderen Konstellation. In diesem Lauf übernahm zunächst der Ungar Norbert Kiss nach hartem Kampf die Spitze des Feldes. Kiss’ MAN war aber nach dem schweren Unfall von Smolensk noch nicht wieder in Bestform, der Ungar musste den Truck in der achten Runde aufgrund eines Defekts an der Lenkung abstellen. Damit war der Weg frei für die beiden Tschechen Vršecky und Lacko, die sich zur Freude ihrer Landsleute zum Ende des Rennwochenendes durchsetzen konnten. Jochen Hahn schloss die siebte Runde der diesjährigen EM mit einem fünften Platz ab.

Die Gesamtführung kann er sich damit zwar noch nicht zurück erobern, aber die Lücke zu Antonio Albacete ist um zehn Punkte geschrumpft.

 

Zur Zufriedenheit des Teams trug zudem die Tatsache bei, dass sich Jochen und Mika Mäkinen in Most auch in der Teamwertung erfolgreich geschlagen haben. In den vier Rennen kam das Duo auch mehrmals aufs Siegertreppchen. 

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