Ein Einstand nach Maß

Für den zweifachen Europameister Jochen Hahn war es ein standesgemäßer Einstand: Die neue Rennsaison begann für den Altensteiger so, wie die alte geendet hatte – mit einem klaren Erfolg im ersten Championshiprace des Jahres 2013 untermauerte Hahn seinen Anspruch, auch heuer wieder ganz vorne mit dabei zu sein. „Dass die Entscheidung so klar sein würde, war allerdings nach den Trainingsfahrten nicht zu erwarten,“ zeigte sich der Seriensieger nach zwölf Rennrunden überrascht. Die Basis für den souveränen Erfolg legte Jochen mit einer perfekten Runde im zweiten Trainingsdurchgang um die Superpole, in der er den Überraschungszweiten, David Vršecky (Freightliner), um gut drei Zehntel Sekunden auf Distanz hielt. Die Pole Position nutzte Hahn einmal mehr für einen schnellen Start, danach hatte keiner der Verfolger eine Chance, dem Europameister gefährlich zu werden. Mit klarem Vorsprung – am Ende lagen knapp zwei Sekunden zwischen dem Sieger und dem Zweitplatzierten Tschechen – beendete er den Auftakt zur neuen Europameisterschaftsrunde. Grund zum Jubeln hatten auch Mika Mäkinen und René Reinert. Beide Fahrer boten eine starke Vorstellung und kamen in die Top Ten. Dank Mikas hervorragender Leistung – er wurde Fünfter – rangierte das Castrol Team Hahn Racing auch in der Teamwertung der FIA European Truck Racing Championship an erster Stelle. Reinert wurde an siebter Position notiert.

Im zweiten Lauf war der frühere finnische Champion sogar in der Lage, noch einen „Gang höher“ zu schalten. Mäkinen startete aus der dritten Reihe, arbeitete sich kontinuierlich nach vorne und hatte schon bald die Führung übernommen. Die Spitzenposition verteidigte er eisern bis ins Ziel, gefolgt von Markus Oestreich und Jochen, die einige Runden lang um den zweiten Platz kämpften, ehe sich Jochen auf die Verfolgerrolle beschränkte. René Reinert komplettierte die hervorragende Mannschaftsleistung als Fünfter – ein gutes Resultat, das aber mit ein wenig Glück noch besser hätte ausfallen können. Denn der Fahrer des blauen MAN mit der Startnummer 77 begann das Championshiprace 2 aus der ersten Startreihe, musste aber wegen eines technischen Defekts zurückstecken. Mit den Podiumsplätzen von Mika und Jochen ging auch die zweite Teamwertung des Tages klar an Hahn & Co. Zudem setzte sich der amtierende Europameister als bester Akteur des Tages an die Spitze der Fahrerwertung.

 

Im vergangenen Jahr düpierte Jochen Hahn beim Saisonauftakt die Konkurrenten mit vier Siegen – so gut sollte es in diesem Jahr nicht laufen. Aufgrund eines kleineren technischen Problems reichte es im Qualifying am Sonntagvormittag „nur“ zur fünftschnellsten Zeit. Angesichts des hohen Leistungsniveaus war damit ein Sieg unwahrscheinlich geworden. Nachdem Norbert Kiss, der die schnellste Runde gefahren hatte, kurz vor dem Beginn des dritten Championshiprennens Diesel ausgelaufen war, wurde zunächst die Strecke gesäubert und der Lauf fünf Minuten später gestartet.

Markus Östereich musste aufgrund einer Neuregelung einen Stopp in der Boxengasse einlegen: Wenn die Kotflügel eines Trucks „flattern“, wird der betreffende Fahrer aus Sicherheitsgründen in die Boxengasse beordert, um das Problem zu beseitigen. Jochen konnte somit noch einen Platz gut machen und beendete das Rennen auf Platz vier, hinter Albacete, Kiss und Vršecky.

Zum Abschluss des Wochenendes an der Adriaküste zeigten die Akteure im vierten Rennen noch einmal viel Kampfgeist. Auch Jochen musste hart „ackern“, um sich im starken Fahrerfeld behaupten zu können. Es war ein hartes aber faires Rennen mit vielen Zweikämpfen. Mika Mäkinen fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein und freute sich über seinen zweiten Erfolg an diesem Wochenende. Nach einigen Überholmanövern schaffte es Jochen Hahn auf einen erfolgreichen 3. Platz. Den Pokal dafür musste er allerdings später an David Vršecky weiterreichen – wegen einer unerlaubten Tempospitze bekam der Europameister nach Auswertung der Tachografenaufzeichnungen eine 10-Sekunden-Strafe, die ihn auf Platz 5 zurück warf.

 

Trotz dieses Wermutstropfens ist das gesamte Team mit dem Resultat des Wochenendes sehr zufrieden und blickt positiv in die Zukunft! „Führender in der Einzel- und in der Teamwertung – damit konnten wir beim besten Willen nicht rechnen,“ zog Jochen am Sonntagabend zufrieden Bilanz.

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