Zolder 2016

Rennstrecke Zolder

Länge: 4,000m

Circuit Zolder
B 3550 Heusden-Zolder
Telefon: +32 (1)1-85.88.88
Telefax: +32 (1)1-85.88.95

ERGEBNISSEGESAMTWERTUNG

Vorentscheidung in Zolder?

War das schon die Vorentscheidung? Jochen Hahn gab sich zwar als fairer Gewinner nach dem dritten Rennen in Zolder, doch vielleicht war dieser Lauf schon so etwas wie eine Vorentscheidung im Titelkampf. „Gegen Adam zu gewinnen, ist natürlich ein süßerer Sieg als ein Rennen zu gewinnen, in dem der Konkurrent ohne sein Zutun ausfällt,“ meinte der dreifache Champion, nachdem sein härtester Konkurrent aufgrund eines Motorproblems vorzeitig aufgeben musste. Jochen übernahm nach dem Missgeschick Lackos die Führung in diesem Lauf und durfte sich getaner Arbeit über 20 Wertungspunkte freuen, wohingegen der Tscheche leer ausging. „Im Motorsport kann bekanntlich viel passieren. Aber für die ausstehenden beiden Runden in Jarama und Le Mans gibt der schöne Vorsprung, den wir uns jetzt erarbeitet haben, natürlich eine gewisse Sicherheit. So eine Ausgangsposition ist immer angenehmer, als einen Rückstand aufholen zu müssen,“ gab ein rundum zufriedener Jochen Hahn am Sonntagabend zu Protokoll.

Da lagen schon zweieinhalb anstrengende Tage hinter den Truck-Rennfahrern. Denn was früher auf der belgischen Rennstrecke undenkbar war, hat sich inzwischen auch dort eingebürgert: Das Rennwochenende beginnt für die Fahrer und ihre Crews jetzt auch in Zolder schon mit den beiden freien Trainings am Freitag. Das bietet den Unentschlossenen immerhin noch die Möglichkeit, am Samstag im Warm-up noch einmal an den Einstellungen zu feilen und das optimale Set-up zu finden; was – wenig überraschend – einmal mehr den beiden Titelanwärtern am besten gelang. Die Pole ging beim Auftaktrennen knapp an Adam Lacko, Jochen stand mit der zweitbesten Trainingszeit neben dem Konkurrenten in der ersten Reihe. Jochen und Adam gingen nebeneinander in die erste Kurve, was zunächst zu einer Pattsituation führte. Zwei Kurven später eröffnete sich für Jochen eine Lücke, um am Freightliner des Buggyra-Teams vorbei zu ziehen und die Führung zu übernehmen. Drei Runden vor Schluss konnte sich Lacko nochmal ans Heck des blau-weißen MAN klemmen, zu einem ernsthaften Überholversuch kam es auf der restlichen Renndistanz jedoch nicht mehr. Erfreulich für das Team: Steffi Halm kam nach einer großartigen Leistung ebenfalls mit aufs Podium. Weniger erfreulich: Ihr Teamchef Rene Reinert fiel wegen eines technischen Defekts aus.

Im zweiten Samstagsrennen ging es erwartungsgemäß etwas munterer zu. Jochen hatte nach einem recht turbulenten Start etwas Mühe, sich zu orientieren. „Wenn man aus der vierten Reihe starten muss, kann das je nach Konstellation die gefährlichste Phase des Rennens sein. Jeder will nach vorne, da kann es schnell zum Crash kommen,“ erklärte Hahn, der allerdings schon wenig später verlorenes Terrain wieder gut machen konnte. Sascha Lenz übernahm die Führung, gefolgt vom tschechischen Newcomer Jiri Forman. Während der Pilot des Buggyra-Teams in den zwölf Rennrunden „durchgereicht“ wurde, behauptete Lenz zäh die Führung. Die verlor er erst zwei Runden vor Schluss an Lacko, der sich ebenso wie Jochen weit nach vorne gearbeitet hatte. Für Hahn reichte die Zeit allerdings nicht mehr, um noch einen Überholversuch zu starten. für ihn wurde es in diesem Lauf der dritte Platz hinter dem überglücklichen Sascha Lenz, der erst zum zweiten Mal in einem FIA-Rennen auf dem Podium stand. Auch Rene Reinert fuhr ein famoses Rennen. Er startete vom letzten Platz und schaffte es, sich bis auf Rang 4 vorzuarbeiten.

Im ersten Sonntagsrennen war die entscheidende Phase wie bereits erwähnt der Ausfall von Adam Lacko, der sich die Pole geholt, auch den Start gewonnen und bis dahin in Führung gelegen hatte. Danach übernahmen drei vom Team Hahn gebaute Fahrzeuge die Regie: Jochen Hahn, Rene Reinert und Steffi Halm schafften es, diese Konstellation bis ins Ziel zu verteidigen. Damit war ein erklärtes Ziel von Jochen endlich erreicht worden: „Wir wollten es in dieser Saison unbedingt einmal schaffen, dass alle aktuellen ‚Hahn-Trucks’ gemeinsam auf dem Podium sind. Das ist uns heute dank einer tollen Teamleistung gelungen. Keine Frage, wir freuen uns riesig über dieses Ergebnis,“ sagte Jochen nach dem Rennen.

Im abschließenden vierten Championship-Rennen übernahm einmal mehr Sascha Lenz die Führung, gefolgt von Steffi Halm. Gerd Körber schloss ein für ihn recht durchwachsenes Wochenende mit dem Ausfall in der ersten Runde ab. Im Gegensatz zu Körber konnte sich Adam Lacko diesmal mit dem eilig reparierten Freightliner-Hauber recht erfolgreich in Szene setzen – er schaffte es, innerhalb von sechs Runden von ganz hinten nach ganz vorne zu kommen. Auch Jochen behielt aber seinen direkten Konkurrenten immer im Visier. Er fiel im Startgetümmel zunächst etwas zurück, konnte dann aber bis auf Platz zwei vor fahren; was einen Punkt Rückstand auf Lacko bedeutete, der aber aufgrund des erfolgreichen Wochenendes zu verschmerzen war. Hahn baute in Summe seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 35 Punkte aus, zudem gewann das Team Reinert Adventure in allen vier Championshiprennen die Teamwertung.

Das siebte Rennwochenende der Saison 2016 wird am Samstag, den 1.Oktober um 19:15 Uhr auf Sport1 noch einmal Revue passieren gelassen.

Hier finden Sie alle Videos zum Rennen in Zolder: https://www.youtube.com/c/FIAETRCEuropeanTruckRacingChampionship

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