Slovakiring 2017

Rennstrecke Slovakiring

Länge: 5,922m

SLOVAKIA RING AGENCY, s. r. o.
800 Orechová Potôň 930 02
Slowakische Republik
Mail: info@slovakiaring.sk

ERGEBNISSEGESAMTWERTUNG

Drei Podiumsplätze für Jochen Hahn auf dem Slovakiaring

Mit drei Podiumsplätzen und einem vierten Rang sicherte sich Jochen Hahn beim 4. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship auf dem Slovakiaring bei Bratislava 40 FIA-Punkte. Nach Spielberg war das für den Iveco-Piloten das erfolgreichste Rennwochenende der bisherigen Saison.
Für nahezu alle Piloten war die mit knapp 6 Kilometern längste Rennstrecke im Truck-Racing-Kalender absolutes Neuland. Bevor es an den Renntagen bei sommerlichen Temperaturen auf dem bis zu 45 Grad heißen Asphalt vor insgesamt 25.000 Zuschauern richtig ernst wurde, standen am Freitag erst einmal die Pressefahrten und die Freien Trainings an. Hier galt es, sich mit den Besonderheiten des Kurses etwas vertraut zu machen.
Neben der – für Truck-Racing – extremen Länge sind dies vor allem die langen High-Speed-Passagen und sehr schnelle, lang gezogene Kurven.
Der ungarische Mercedes-Pilot Norbert Kiss kennt den Slovakiaring in- und auswendig. So war es auch nicht überraschend, dass er sich noch vor dem Spanier Antonio Albacete (MAN), Buggyra-Freightliner-Pilot Adam Lacko (CZ) und Jochen Hahn die erste Pole sicherte.
Jochen hatte einen guten Start und lag hinter Kiss auf Rang 2. Albacete verlor etwas den Anschluss, sodass der Altensteiger Iveco-Pilot, Adam Lacko und Jochens Landsmännin Steffi Halm mit ihrem MAN die Verfolgergruppe bildeten. Letztendlich war gegen den Ungarn jedoch kein Kraut gewachsen. So galt es gerade für Jochen, seinen 2. Platz zu verteidigen. Dennoch musste er kurz vor Schluss gegen Lacko klein beigeben. Vierte wurde Steffi Halm vor Albacete.
Im zweiten Tagesrennen ging der Spanier schon kurz nach dem Start in Führung; mit Steffi im Schlepptau. Jochen, Adam Lacko und Norbert Kiss machten sich im Laufe des Rennens zur Verfolgung des Führungsduos auf. Letztendlich war man aber viel zu sehr mit sich beschäftigt, um den Sieg Antonio Albacetes und den zweiten Platz von Steffi noch verhindern zu können. Der Kampf um den 3. Podiumsplatz entwickelte sich zu einem spannenden Dreikampf, der am Ende an den Tschechen ging. Hinter Jochen belegte Kiss zunächst Platz 5, erhielt später aber noch eine 10-Sekundenstrafe wegen Overspeed, die ihn auf den 8. Platz zurückwarf.
Die Sonntagspole holte sich Jochen in einer extrem engen Entscheidung, mit 8 Hundertstel Vorsprung vor Kiss. In der zweiten Startreihe standen Albacete und Lacko.
Beim Start hatte der Altensteiger ganz knapp die Nase vor dem Mercedes von Kiss, doch auf der Innenbahn kam Albacete nach vorn geschossen. In der folgenden Rechtskurve drückte der MAN des Spaniers immer weiter nach außen, Jochen musste aufmachen, die Innenseite war nun völlig frei, und das nutzte Kiss, um an den beiden Kampfhähnen vor ihm vorbeizuziehen. Der Sieg des Ungarn war danach nicht mehr zu verhindern, es ging jetzt um die weiteren Podiumsplätze. Albacete sicherte sich schließlich den zweiten Rang, Jochen musste seinen 3. Platz bis zum Schluss gegen einen permanent attackierenden Lacko verteidigen.
Im letzten Rennen des Wochenendes hatte Jochen wieder einen ausgesprochen guten Start, einen noch besseren erwischte aber Steffi Halm. Schon in der ersten Kurve übernahm sie die Führung, Jochen reihte sich hinter dem MAN-Piloten Sascha Lenz, der infolge der umgekehrten Startaufstellung aus der ersten Reihe ins Rennen gegangen war, auf der 3. Position ein. Es dauerte einige Runden, bis Jochen an Lenz vorbeiziehen konnte. Steffis Vorsprung war zwischenzeitlich so groß, dass an ihrem Sieg nicht mehr zu rütteln war. Stattdessen kämpfte die Verfolgermeute um die restlichen Podiumsplätze. Gegen Ende des Rennens hing Kiss beinahe an der Stoßstange von Jochens Iveco, doch mit der Erfahrung von vier Europameistertiteln brachte der Altensteiger seinen 2. Platz ins sicher Ziel.
Zudem konnte das Team „Die Bullen von Iveco-Magirus“, das Jochen mit seinem Iveco-Markenkollegen Gerd Körber bildet, in der FIA-Teammeisterschaft noch zwei dritte Plätze und einen zweiten Platz belegen.
In der Meisterschaftswertung hat Adam Lacko nun 182 Punkte gefolgt von Norbert Kiss (139), Jochen (135) und Steffi Halm (133).
Am Sonntagabend zeigte sich Jochen mit dem Wochenende gar nicht so unzufrieden. „Ich wusste ja eigentlich gar nicht, was auf mich zukommt. Ich wusste nur die Strecke ist lang, für uns sehr lang, wir fahren ja sonst meist um die zwölf Runden, hier waren es nur acht. Und die Strecke ist schnell. So war eines der großen Fragezeichen, wie die Reifen die extreme Belastung verkraften würden. Letztendlich ist aber alles gut abgegangen.
Dass Norbert Kiss die Strecke im Schlaf fahren könnte, wussten wir alle, der Norbert kennt hier jeden Stein, und so haben mich seine beiden Siege auch nicht überrascht. Ich freue mich aber, dass ich Adam Lacko Paroli bieten konnte; auch der hat ja schon Slovakiaring-Erfahrung. Trotzdem hat Adam keinen Punkt mehr geholt als ich. Wir haben ja jetzt eine lange Pause; vielleicht fällt uns oder auch Iveco da ja noch das eine oder andere ein, wie wir noch schneller werden. Fünf Rennwochenenden haben wir ja noch vor uns. Ein Fahrer kann im Idealfall noch 300 Punkte holen, entschieden ist die Meisterschaft also noch lange nicht.“
Der 5. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship findet vom 25. bis zum 27.August auf dem Hungaroring nahe der ungarischen Hauptstadt Budapest statt.

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