Nürburgring 2017

Rennstrecke Nürburgring

Länge: 3,034m

Nürburgring GmbH
D-53520 Nürburg/Eifel
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ERGEBNISSEGESAMTWERTUNG

Licht und Schatten für Jochen Hahn beim Truck Grand Prix

Der 32. Truck Grand Prix am Nürburgring, der 3. Lauf zur diesjährigen FIA European Truck Racing Championship, litt vor insgesamt 115.000 Zuschauern wieder einmal unter dem typischem Eifelwetter – mal mehr, mal weniger Regen. Zu guter Letzt musste der Höhepunkt der Truck-Racing-Saison am Sonntagnachmittag auch noch vorzeitig abgebrochen werden. Schuld war aber nicht der Wettergott, sondern ein kleiner defekter Injektor eines Renn-Trucks aus dem Mittelrhein-Cup. Die Strecke war von Diesel übersät und konnte nicht mehr ausreichend gesäubert werden.
In diesem Jahr war der Truck-Grand-Prix wieder ein Vier-Tage-Event, der Donnerstag war schon voll gepackt mit Presse- und Gästefahrten sowie einem einstündigen Zusatztraining. Auch einige Gäste vom Team Hahn Racing konnten als Copilot von Jochen Hahn aufregende Runden im Iveco-Race-Truck erleben.
Schon am Freitag standen neben den Läufen des Freien Trainings die erste Qualifikation und die erste SuperPole der Top-Ten an. Dabei konnte sich Jochen die Pole für das erste Rennen am Samstag sichern. Den Platz neben ihm in der ersten Startreihe hatte sich der ungarische Mercedes-Pilot Norbert Kiss geholt; noch vor dem Tschechen Adam Lacko (Buggyra Freightliner) und dem dreifachen Europameister Antonio Albacete aus Spanien auf MAN.
Kurz vor dem ersten Rennen war ein heftiger Schauer über dem Nürburgring niedergegangen, auch während des Rennens regnete es permanent mehr oder weniger stark. Die Piste war extrem glitschig. Die Rennleitung ließ deshalb zwei Einführungsrunden fahren, während der ersten Rennrunde galt Gelb, also Überholverbot.
Bis zur Hälfte des Rennens konnte Jochen seine Führung behaupten, musste dann aber die heftig attackierenden Lacko und Kiss passieren lassen. Insbesondere dem Buggyra-Piloten schienen die widrigen Verhältnisse nichts auszumachen, er fuhr einem ungefährdeten Sieg entgegen. Hinter Kiss holte sich Jochen den 3. Podiumsplatz.
Im zweiten Rennen ging die Pole an Jochens „Die Bullen von Iveco-Magirus“-Teamkollege Gerd Körber. Auch wenn die Piste weiterhin recht feucht war, ließ die Rennleitung diesmal nur eine Einführungsrunde fahren. Anschließend ging es dann auch gleich richtig los. Polesetter Körber konnte die Führung zunächst geschickt verteidigen. Ihm folgten Jochen Hahn, Steffi Halm (MAN) und Adam Lacko, der sehr schnell vom achten Startplatz auf Rang 4 vorgeschossen war. Der Tscheche kämpfte sich immer weiter nach vorn und übernahm nach 5 Runden die Führung, die er auch bis zum Zieleinlauf nicht mehr abgab.Auch der französische MAN-Pilot Anthony Janiec, der beim TGP als Race-by-Race-Pilot antrat, kam mit den weiterhin sehr unangenehmen Verhältnissen bestens klar. Er überholte noch die beiden Iveco-Piloten und sicherte sich so den zweiten Podiumsplatz. Hinter dem Teamkollegen Körber kam Jochen letztendlich auf einen guten, aber doch auch undankbaren 4. Platz.
Am Sonntag zeigte der Wettergott weiterhin kein Erbarmen mit den Truck-Racern und ihren Fans, das unschöne Eifelwetter hielt weiter an. Dessen ungeachtet legte Jochen in der Super Pole eine tolle Runde auf den Asphalt. Nur um 51 Tausendstel langsamer als Kiss, sicherte er sich den zweiten Startplatz für das erste Sonntagsrennen noch vor Albacete und Lacko.
Pünktlich zum Rennstart begann es wieder zu regnen, nicht stark, aber es reichte, um die Pistenverhältnisse wieder sehr schmierig werden zu lassen. Das weitere Rennen wurde vielfach zu einer Rutschpartie. Gemeinsam in einer Reihe schossen Kiss, Albacete, Jochen und Lacko nach dem Start in die erste Kehre der Mercedes-Arena. Dazu gesellte sich dann auch noch MAN-Pilot Sascha Lenz. Gefolgt von Albacete, Lenz, Hahn und Lacko ging Kiss in Führung. Nach nur wenigen hundert Metern kam Albacete ins Schleudern und riss Lenz mit.
Jochen und Lacko kamen unbeschadet vorbei. Doch schon bald passierte der Tscheche den Iveco von Jochen, und wenig später musste auch Kiss nach einem Ausrutscher den Buggyra ziehen lassen. Außer Lacko gab es eigentlich niemanden, der auf der schmierigen Piste problemlos durch das Rennen kam. Offensichtlich lag auch noch ein Dieselfilm auf dem Asphalt. Jochen rutschte so zeitweise gar aus den Punkterängen, bevor er sich wieder auf den 7. Platz vorkämpfte.
Hinter Lacko holte sich Kiss Platz 2 vor Janiec, der sich beim TGP als echter Regenspezialist entpuppte. Der zweite Mercedes-Pilot André Kursim fuhr auf den vierten Platz vor Buggyra-Pilot David Vršecký (CZE), Steffi Halm und Jochen Hahn. Achter wurde Gerd Körber, der damit auch die Pole für das Abschlussrennen gehabt hätte. Für das Team „Die Bullen von Iveco-Magirus“ hätte es die erste gemeinsame Startreihe bedeutet, wäre nicht das letzte Rennen abgesagt worden.
Jochen Hahn bedauerte natürlich die Absage des letzten Rennens. „Das war eine bisher einmalige Konstellation. Ich glaube, mindestens einer von uns „Iveco-Magirus-Bullen“ wäre wohl aufs Podium gefahren. Zwar hat uns der Regen etwas wehgetan, letztendlich sind wir aber dennoch zufrieden. Auf nasser Piste haben wir noch Schwächen, daran müssen wir noch arbeiten, auf trockener Piste können wir schon jetzt jederzeit um den Sieg mitfahren.“
Die Gesamtwertung wird weiter von Lacko mit 142 Punkten angeführt vor Steffi Halm (96), Jochen (95), Kiss (88), Albacete (72), Körber (72) und Lenz (59). Schon in zwei Wochen geht es weiter, dann steht vom 14. bis 16. Juli am Slowakiaring der 4. Lauf der FIA Truck-Racing-Europameisterschaft 2017 an.

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