Hungaroring 2016

Hungaroring

Streckenlänge: 4 381m

Hungaroring Sport Zrt.
H-2146 Mogyoród, Pf. 10.

Telefon: +36 28 444 444
Telefax: +36 28 441 860

http://www.hungaroring.hu

ERGEBNISSEGESAMTWERTUNG

Auftakt zur zweiten Saison-Hälfte: Hahn wieder an der Tabellenspitze

Am letzten Augustwochenende trafen sich die Truckracer zum zweiten Mal nach der jahrzehntelangen Unterbrechung auf dem Hungaroring unweit von Budapest. Das ungarische Truckfest markierte in diesem Jahr zugleich das Ende der Sommerpause und den Beginn der zweiten Saisonhälfte, in der fünf Rennwochenenden (Budapest, Most, Zolder, Jarama und Le Mans) zu absolvieren sind. Zunächst bewegten sich die Renntrucks auf ungewohntem Untergrund – am Donnerstag hatten die Veranstalter einen Konvoi in die Hauptstadt organisiert. Mit Polizeibegleitung machte sich der lärmende Tross auf dem Weg, schon auf der Strecke Richtung Zentrum säumten zahlreiche Neugierige die Straßen oder versuchten, von den Autobahnbrücken aus ein Bild der Boliden zu schießen. Unweit des Heldenplatzes wurden die Renntrucks geparkt und die Fahrer zur Autogrammstunde gebeten. Hunderte Zuschauer waren gekommen, um entweder einen der Trucks aus der Nähe zubegutachten oder ein Autogramm zu ergattern.

Auch am Freitag mussten sich die insgesamt fünfzehn Fahrerinnen und Fahrer auf ungewohntem Belag zurechtfinden: Der Hungaroring hatte zwischenzeitlich eine neue Asphaltdecke bekommen, die Set-ups vom vergangenen Jahr waren dadurch unbrauchbar geworden. Dank Presse- und VIP-Fahrten und einem einstündigen freien Training für die Teilnehmer daran gab es jedoch ausreichend Gelegenheit, die Einstellungen an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Die beiden freien FIA-Trainingseinheiten waren im Zeitplan auf Freitagabend und Samstag gesplittet, so dass der Samstag für die Akteure mit dem zweiten freien Training begann. Im Qualifying bzw. der Superpole zeigte sich dann schnell, dass das Team von Jochen Hahn die freie Zeit gut genutzt und den Renn-MAN in Bestform gebracht hatte. Jochen sicherte sich die erste Pole nach der Sommerpause, gefolgt von Ryan Smith, Anthony Janiec und Norbert Kiss. Steffi Halm belegte eigentlich Rang 5, wurde aber durch ihre Strafevom Nürburgring um fünf Plätze nach hinten gesetzt, so dass sie von Platz 10 aus ins erste Rennen dieses Wochenendes starten musste.

Das Auftaktrennen gab den Takt für den Rest des Wochenendes vor: Die Fahrerinnen und Fahrer schenkten sich nichts, es wurde verbissen um jeden Platz gekämpft. Jochen gelang einmal mehr ein souveräner Start/Ziel-Sieg. Dahinter verteidigte zunächst Ryan Smith die zweite Position – doch in der letzten Runde gelang es Lokalmatador Norbert Kiss, sich an Smith – der den Trucks von Kiss’ früherem Oxxo-Team pilotiert – an dem Briten vorbeizuschieben. Steffi Halm war unmittelbar nach dem Start in eine kleine Karambolage verwickelt, kam dadurch von der Strecke ab und musste sich mühsam wieder nach vorne kämpfen. Mit Platz 7 sicherte sie sich für den zweiten Lauf mit reversed grid einen Platz neben Frankie Vojtíšek in der ersten Startreihe.

Das Championship-Rennen Nr. 2 dürfte noch lange für Diskussionen sorgen – die Marshals kamen mit dem Schreiben der Berichte über diverse „Vorfälle“ kaum hinterher. Eigentlich war der tschechische Veteran Vojtíšek Dreh- und Angelpunkt dieses Laufs. Frankie kam zunächst gut weg und übernahm die Führung, ehe Steffi Halm nach zwei Runden eine Lücke fand und sich an die Spitze setze. Danach fuhr Frankie ein tolles Rennen und verteidigt den zweiten Platz ebenso zäh wie fair. Hinter dem Tschechen, der natürlich nicht die Top-Rundenzeiten fährt,  belauerten sich die Fahrer im Kolonnenverkehr, es kam zu zahlreichen Positionswechseln. Sechs Fahrer kamen letztlich für die Podiumsplätze in Betracht. In der letzten Kurve vor dem Zielstrich, als Frankie schon wie der sichere Zweite aussah, touchierte Norbert Kiss das Heck des Tschechen, der dadurch ins Trudeln geriet und 100 Meter vordem Ziel in die Boxenmauer krachte. Durch Unfall schob sich Anthony Janiec noch an Kiss vorbei und wurde Zweiter hinter der glücklichen Siegerin Halm. Jochen fuhr ein gutes Rennen und schaffte es, sich aus den Rangeleien weitgehend herauszuhalten. Am Ende hatte er sich vom achten Startplatz bis auf Platz 6 vorgearbeitet.

Am Sonntag präsentierte sich Jochen erneut in ausgezeichneter Form. Beim Kampf um die Pole Position belegte er mit dem denkbar knappen Rückstand von 88 tausendstel Sekunden auf Norbert Kiss den zweiten Platz. Beim Start zum ersten Sonntagsrennen konnte Jochen allerdings an Norbert vorbeiziehen. Nach zwei Runden hatte sich Jochen Hahn einen leichten Vorsprung erarbeitet, den er bis zum Ende des Rennens noch ausbaute, so dass sich das Team mit ihm über den zweiten Sieg an diesem Wochenende freuen konnte. Dahinter konterte Kiss Adam Lackos Angriffe immer wieder erfolgreich, folglich änderte sich an der Reihenfolge der Podiumsplätze nichts mehr. Steffi Halm musste den dritten Wertungslauf zwei Runden vor Schluss wegen technischer Probleme vorzeitig aufgeben.

Auch das abschließende Rennen lieferte wieder viel Gesprächsstoff. Diesmal waren es allerdings die Regelhüter, die rund eine Stunde nach dem Finale das Resultat gründlich veränderten. Zunächst hatte sich Iveco-Fahrer Gerd Körber über seinen ersten Sieg in der aktuellen Saison gefreut. Mit ihm standen Ryan Smith und Adam Lacko, der als Dritter über die Ziellinie geschossen war, auf dem Podium. Doch nach Auswertung der Geschwindigkeitsaufzeichnungen kamen die Kommissare zu dem Schluss, dass Körber, Smith und Ellen Lohr vor dem Start die zulässige Höchstgeschwindigkeit während der Einführungsrunde überschritten hatten. Das Trio wurde mit jeweils 30 Sekunden Zeitaufschlag belegt, so dass am Ende Lacko als Sieger ausgerufen wurde und Jochen auf Platz 5 vorrückte.

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