Misano 2016

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Länge: 3,488m

Santa Monica SPA, Via del Carro 27
47843 Misano Adriatico, RN - (Italia)
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Spektakuläre Teamleistung in Misano

„Eigentlich hätte ich mir gewünscht, noch etwas öfter in der Mitte des Podiums stehen zu dürfen,“ meinte Jochen Hahn nach dem vierten Championship-Rennen auf dem World Circuit Marco Simoncelli in Misano Adriatico. Wobei der dreimalige Europameister den Wunsch schnell relativierte: „Aber nach so einem Super-Wochenende sollte man wohl zufrieden sein. Die Teamleistung war schlichtweg sensationell.“ Damit bezog sich Hahn auf das hervorragende Abschneiden von Steffi Halm und René Reinert, die ihre Pokalsammlung in Misano ebenfalls vergrößern konnten.
Was vor allem im Fall von Steffi Halm keine Selbstverständlichkeit war. Denn der zweite Truck des Reinert-Teams wurde nach einem grandiosen Arbeitseinsatz der Mechaniker unmittelbar vor der Abfahrt nach Italien fertig. Die Crew hatte darüber hinaus auch noch einige Modifikationen an den Renngeräten von Jochen und René vorzunehmen. Mehr als eine „Hofrunde“ mit Jochen am Steuer war danach nicht mehr drin – doch im Renneinsatz lief der nagelneue Truck absolut problemlos. Passend dazu präsentierte sich auch Steffi Halm bei ihrem ersten Einsatz in der Saison 2016 in Top-Form und erkämpfte sich schließlich zwei Podiumsplätze.
Üblicherweise ist in Misano am Freitag „programmfrei“. Diesmal mussten sich die Truckracer allerdings als Statisten betätigen. Am Freitagnachmittag gingen sie für Film- und Fotoaufnahmen der ETRA auf die Rennstrecke. Natürlich nach den strengen FIA-Vorschriften, damit die Extra-Tour nicht als (verbotenes) Training gewertet werden konnte. Als es am Samstag galt, die schnellste Rundenzeit zu liefern, hatte einmal mehr Adam Lacko die Nase seines Freightliners vorne. Der Tscheche eroberte sich die Pole Position vor den drei MAN aus der Werkstatt von Hahn Racing. René Reinert wurde als Zweitschnellster gestoppt, gefolgt von Jochen und Steffi.
Beim Beginn des ersten Rennens auf dem italienischen Autodrom war zunächst nicht ausgemacht, welcher der beiden Fahrer aus der ersten Startreihe sich schließlich durchsetzen würde. Nach einem kleinen Gerangel zwischen dem blauen und dem weiß-blauen Truck war es schließlich Lacko, der die Spitze übernahm. Danach änderte sich auf den vorderen Plätzen nichts mehr, die Reihenfolge lautete wie nach der Superpole Lacko, Reinert, Hahn und Halm.

Im zweiten Aufgalopp betätigte sich Jochen einmal mehr als starker Starter und pflügte sich im Startgetümmel weit nach vorne. Da auch Adam Lacko einige Lücken erwischt hatte, entwickelte sich nach kurzer Zeit ein Dreikampf zwischen Adam, Jochen und dem aktuellen Europameister Norbert Kiss. Nachdem Lacko den für sich entschieden hatte, machte sich das Trio an die Verfolgung des Spitzenreiters Anthony Janiec. Adam fand nach drei Runden eine Lücke, Jochen im darauffolgenden Umlauf. Dabei hatten die beiden mehr Glück als René Reinert, dem beim Überholversuch ein Reifen aufgeschlitzt wurde, so dass er das Rennen vorzeitig aufgeben musste. Im Windschatten der Führenden arbeitete sich auch Steffi Halm nach vorne und konnte schließlich mit Platz 3 den verdienten Lohn für die Mühen einfahren.
 In der Nacht zum Sonntag hatte sich das Wetter geändert. Aus den prophezeiten 40 Prozent Regenwahrscheinlichkeit entwickelten sich im Lauf des Tages dann einige veritable Schauer, die beispielweise dafür sorgten, dass das dritte Wochenend-Rennen „unter gelb“ gestartet wurde. Nachdem die Marshals die Flaggen nach einer Runde wieder einholten, balgten sich einmal mehr Jochen und Adam – der erneut die Pole Position inne gehabt hatte – um die Führung. Die beiden Kontrahenten lieferten sich einen harten, aber sehr fairen Zweikampf nach dem Adam Lacko dem dritten Sieg entgegenfahren konnte, während Jochen als Zweitplatzierter darauf hoffte, dass die Erfolgsserie des Tschechen vielleicht im abschließenden Lauf enden würde.
René Reinert musste im dritten Wertungslauf vom Ende des Feldes starten, da ihm am Beginn des Zeittrainings ein Lenkungsdefekt einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Trotzdem rangierte der Lausitzer am Ende an sechster Position. Steffi Halm fuhr auf der regennassen Fahrbahn betont defensiv und verlor im Vergleich zu ihrem hervorragenden dritten Platz in der Superpole zwei Ränge. Sowohl Jochen als auch Steffi hielten sich dann im abschließenden Lauf schadlos. Hahn kam diesmal wie erhofft als Sieger über den Zielstrich; Steffi Halm als Zweit- und René Reinert als Viertplatzierter komplettierten das erfolgreiche Auftreten der blauen MAN-Renntrucks Made in Altensteig. Damit bauten Reinert und Hahn auch die Führung in der Teamwertung weiter aus, ehe es in knapp 2 Wochen in Nogaro (Frankreich) in die dritte Runde geht.

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